Klinische Schwerpunkte

Klinischer Schwerpunkt
Depression

Depression

Eine depressive Episode äußert sich durch depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit, Verminderung der Konzentrationsfähigkeit und des sexuellen Verlangens, Veränderungen des Appetits und Schlafverhaltens und weiteren Symptomen. Die Symptomatik muss mindestens 14 Tage bestehen und einen Leidensdruck bzw. eine Funktionseinschränkung verursachen. Neurobiologisch besteht eine Dysregulation der Netzwerke, die Emotionen prozessieren. In Folge reduziert sich die Aktivität von diversen Neurotransmitter-Systemen (zum Beispiel des Serotonin Systems) und die Fähigkeit des Gehirns neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden. Aus Sicht der Psychodynamik sind es in erster Linie nicht bewältigte Trauerreaktionen, die auch mit aggressiven Besetzungen vermischt sein können. Therapeutisch steht in der Regel zunächst eine medikamentöse Behandlung im Vordergrund, welche die funktionelle Einschränkung vermindert und der/m Betroffenen die Voraussetzung schafft, den notwendigen psychotherapeutischen Prozess zu beginnen.

Klinischer Schwerpunkt
Burnout

Burnout

Burnout ist keine klassische psychiatrische Diagnose sondern ein heterogenes Krankheitsbild, welches in der Regel im Kontext von beruflichen Stressoren entsteht. Im Kern der Erkrankung steht die zumeist unbewusste Entscheidung von Individuen ihre Selbstwirksamkeit und Bindungen ausschließlich am Arbeitsplatz zu erleben. Im Falle einer in der Folge ausbleibenden Gratifikation beginnen Betroffene ihren Arbeitseinsatz immer weiter zu erhöhen, bis zunehmend Erschöpfung, Depersonalisation (Zynismus) und Ineffizienz (reduzierte Leistungsfähigkeit, reduzierte persönliche Leistungszufriedenheit) eintreten. Im Laufe der Entwicklung erfolgt ein immer stärkerer emotionaler Rückzug von der Arbeit. Im Spätstadium erfüllen die Burnout PatientInnen häufig die Kriterien einer depressiven Episode und entwickeln ein pluriformes Bild an körperlichen Symptomen (z.B. Schmerzstörungen). Die Therapie des Burnout umfasst ein integriertes Konzept aus Methoden des Coachings, von Psychotherapie und Psychiatrie. Ziel ist die Rückkehr in ein erfülltes Leben und Arbeiten.

Klinischer Schwerpunkt
Bipolare Störung Manie/Depression

Bipolare Störung Manie/Depression

Patientinnen mit Bipolarer Affektiver Störung (vormals manisch depressive Krankheit) können ihr zentrales Nervensystem zu stark erregen. In überdrehten Phasen (Hypomanie/Manie) arbeiten sie sehr viel, sind sehr viel unterwegs, brauchen wenig Schlaf, geben viel Geld aus, kommunizieren viel, sind sehr interessiert (vor allem auch an Sexualität) und leben riskant (Straßenverkehr, Sport, Drogen). Neurobiologisch fordert diese Überdrehung jedoch in der Regel einen Tribut, in Form einer depressiven Episode. In dieser leiden die PatientInnen unter depressiver Stimmung, Interesse- und Antriebslosigkeit sowie unter Schlafstörungen. Weiters treten häufig Stimmungsschwankungen (Zyklothymie), Gereiztheit (Dysphorie), Panikattacken sowie Suchterkrankungen (Tabak, Alkohol, Drogen) auf. Die Erkrankung ist vor allem genetisch bedingt, erste Symptome treten zumeist ab der Pubertät auf. Bipolare Affektive Störungen sind mit moderner Psychopharmakologie und speziellen psychotherapeutischen Prozessen heute effizient therapierbar.

Klinischer Schwerpunkt
Angststörung

Angststörung

Angst ist eine natürliche emotionale Reaktion, ohne die eine Lebensfähigkeit nicht vorstellbar ist. Angststörungen bedeuten eine Überreizung der neuronalen Netzwerke, die Angst im Gehirn verarbeiten (zum Beispiel das Netzwerk der Amygdala) und treten entweder akut (Panikattacken) oder als chronisch (Generalisierte Angststörung) auf. PatientInnen entwickeln in der Regel rasch ein Vermeidungsverhalten, welches die Symptomatik verfestigt und die Entwicklungsfähigkeit einschränkt. Ein guter Teil der PatientInnen erhält im Laufe der Krankheit Tranquilizer (Benzodiazepine) verordnet, welche eine Abhängigkeit verursachen können und keine kausale Therapie darstellen. Die Therapie von Panikattacken und Generalisierter Angststörungen besteht zum einen aus einer medikamentösen Therapie, die ohne Tranquilizer auskommt bzw. einen Entzug dieser beinhaltet, sowie aus einem intensivem psychotherapeutischen Prozess. In letzterem muss die Psychodynamik und Funktion der Angst verstanden werden bzw. ihre Funktionalität auf der Beziehungsebene. 

Klinischer Schwerpunkt
Suchterkrankungen

Suchterkrankungen

PatientInnen mit Suchterkrankungen entwickeln einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Substanzen oder substanzunabhängigen Stimuli. Diese äußern sich durch einen Kontrollverlust über den Konsum bzw. das Verhalten. In der ersten Gruppe sind vor allem die legal zugänglichen Substanzen Alkohol, Tabak und Sedativa zu nennen. Sedativa (Benzodiazepine/Tranquilizer) stellen die einzige Gruppe an Psychopharmaka, die eine Sucht induzieren können. Die individuelle biopsychosoziale und gesellschaftliche Bedeutung bzw. das Auftreten von Missbrauch/Abhängigkeit dieser drei Substanzgruppen wird allgemein unterschätzt. In der Gruppe der substanzunabhängigen Süchte sind Spielsucht, Kaufsucht, Onlinesucht und Arbeitssucht im Vordergrund. In der Therapie gilt es zunächst Abstinenz oder den kontrollierten Konsum zu gewährleisten. Langfristig ist es zentral, die Person bei der Entwicklung eines neuen Erlebens von Attraktivität zu unterstützen und - neurobiologisch gesehen - das Belohnungssystem zu reprogrammieren.

Klinischer Schwerpunkt
Schmerzstörung/Somatoforme Störung

Schmerzstörung/Somatoforme Störung

PatientInnen mit somatoformer Störung leiden an chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat oder Beschwerden in einzelnen Organsystemen (zum Beispiel Reizmagen/Reizdarm), wobei sich das Ausmaß der Symptome nicht über körperliche Befunde erklären lässt. Im Zentrum der Erkrankung steht eine völlige Fokussierung auf die Symptomatik, die alle anderen Lebensbereiche in den Hintergrund treten lässt. In der Regel wird die Partnerschaft bzw. die Familie von der Störung deutlich belastet und die PatientInnen beginnen verzweifelt ihre ÄrztInnen zu wechseln, in der Hoffnung auf eine erlösende Diagnose und Therapie. Die PatientInnen entwickeln zumeist einen schädlichen Gebrauch von Schmerzmedikamenten. In der Therapie ist der Entzug von diesen Medikamenten bzw. die Verordnung einer modernen Schmerzmedikation, die keine Abhängigkeit oder Organschäden zur Folge hat, ein wichtiges Ziel. Für den langfristigen Erfolg sind psychotherapeutische Interventionen ausschlaggebend. Es ist notwendig, dass PatientInnen wieder erlernen ihre Gefühle auszusprechen und ihr Leben abseits des Schmerzes neu zu strukturieren.

Klinischer Schwerpunkt
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ADHS

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ADHS

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ist eine in erster Linie genetisch bedingte Erkrankung, welche sich im Alter von vor sechs Jahren erstmals manifestiert. Die PatientInnen leiden unter den drei Symptomkomplexen Störung der Konzentrationsfähigkteit, Hyperaktivtät und Impulskontrollstörung. Es fällt ihnen schwer eine ihrer Intelligenz adäquate Lernleistung zu erbringen, ruhig in einer Theateraufführung zu sitzen oder sich in einer Warteschlange anzustellen bzw. können sie Wutanfälle nicht ausreichend kontrollieren. Bei einem Großteil der PatientInnen bleibt die Symptomatik über die Pubertät hinweg bestehen und beeinträchtigt sie im Erwachsenenalter. Die Erkrankung äußert sich zum Beispiel in häufigen Jobwechseln und beinahe regelhaft in einem Konsum vom Stimulanzien (Amphetaminen, Koffein). Diagnostisch ist es zentral, die Symptomatik vom Bestehen einer Persönlichkeitsstörung abzugrenzen, welche in erster Linie mit psychotherapeutischen Methoden behandelt wird. Das ADHS selbst spricht sehr gut auf die Therapie mit wissenschaftlich getesteten Amphetaminen oder Antidepressiva an.

Klinischer Schwerpunkt
Borderline Störung

Borderline Störung

PatientInnen mit Borderline Störungen verbleiben meist aufgrund von ungünstigen Verhältnissen in ihrer Entwicklung in Bezug auf ihr Beziehungsverhalten auf einem kindlichen Niveau. Andere werden regelhaft als Nur-Gut oder Nur-Böse wahrgenommen bzw. werden zum Beispiel Arbeitsrealitäten entweder idealisiert oder entwertet. In der Folge kommt es zu wiederholten Beziehungsabbrüchen in Partnerschaften und Freundschaften. Auf der Symptomebene leiden die PatientInnen häufig unter Stimmungsschwankungen, Wutanfällen, chronischer innerer Leere und Depression. Ein schädlicher Gebrauch von Substanzen oder eine Abhängigkeit ist meistens eine wichtige Begleiterkrankung. Die Therapie besteht im wesentlichen aus psychotherapeutischen Prozessen, welche auf die Beziehungsgestaltung der/s Patientin/en fokussiert. Sowohl im Leben des/der Patientin/en als auch auf der Ebene der therapeutischen Beziehung gelingt es so, die Spaltungstendenzen Schritt um Schritt wahrnehmen zu können und verleugnete Anteile integrieren zu können. Ziel ist es, glückliche und stabile Beziehungen führen zu können. Psychopharmaka können zwar eingesetzt werden, diese wirken jedoch nicht auf die Persönlichkeitsstruktur.

Klinischer Schwerpunkt
Narzisstische Störung

Narzisstische Störung

Menschen mit einer narzisstischen Störung leiden im Kern an einer Selbstwertproblematik, welche durch eine frühkindliche emotionale Vernachlässigung entsteht. Ein Kind, das durch einen Elternteil beständig idealisiert wird und dessen Überlegenheit anderen Kindern gegenüber unablässig betont wird, ist laufend mit der Unsicherheit konfrontiert, ob es diesen Zuschreibungen gerecht werden kann. In der weiteren Entwicklung versuchen Betroffene zum Beispiel durch hohe Karriereziele oder Fokussierung auf Materielles andere laufend zu übertrumpfen um das schmerzhafte Gefühl der Unsicherheit bzw. ihren chronischen Neid zu kompensieren. Das Gegenüber gerät in diesem Versuch der Selbstwertstabilisierung immer stärker in der Hintergrund, die Bedeutung von PartnerInnen, Kindern bzw. FreundInnen wird häufig implizit verleugnet. Während gesunde narzisstische Anteile wertvoll für die persönliche Entwicklung sind, entfaltet die narzisstische Persönlichkeitsstörung regelhaft eine destruktive Dynamik, die den Betroffenen zumeist lange nicht bewusst ist. Der therapeutische Fokus der Arbeit liegt in der Darstellung und Veränderung des Schutzmechanismus, der dieses unsichere Selbst umgibt. Psychopharmaka können in der Behandlung symptomatisch eingesetzt werden, diese wirken jedoch nicht auf die Persönlichkeitsstruktur.

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